Säuglingssterblichkeit in Neukölln

 

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In Berlin Neukölln ist seit Jahren eine fast doppelt so hohe Säuglingssterblichkeit festzustellen als in allen anderen Berliner Bezirken. Ich bin als Bezirksverordnete und Mitglied des Gesundheitsausschusses der Grünen in Neukölln seit einiger Zeit mit dem Problem beschäftigt. Viele Medien berichteten schon darüber.

Heute am 17.10.2018 erschien dazu in der taz -die tageszeitung ein Artikel. Die Autorin ist Uta Schleiermacher, die mich interviewte:

„Rätseln um hohe Säuglingssterblichkeit

Es ist eine alarmierende Zahl, und bisher kann niemand sie wirklich erklären. In Neukölln sterben deutlich mehr Säuglinge innerhalb ihres ersten Lebensjahres als in den anderen Bezirken – fast doppelt so viele wie im Berliner Durchschnitt. Das zeigt der ausführliche Gesundheitsbericht des Bezirks. Von 1.000 Babys überleben in Neukölln durchschnittlich 5,3 ihr erstes Lebensjahr nicht. Etwa die Hälfte davon stirbt bereits während der ersten Lebenswoche. Der Durchschnitt für ganz Berlin ist 3,1.

Besonders drastisch ist der Vergleich zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf, in dem durchschnittlich 1,4 Kinder das erste Lebensjahr nicht erreichen. Und während bundes- und landesweit die Fälle weniger werden, steigt die Säuglingssterblichkeit in Neukölln sogar. Auch die Zahl der Totgeburten nimmt zu. Beide Tendenzen lassen sich schon seit ein paar Jahren beobachten. Die Zahlen beziehen sich auf die jeweils in den Bezirken gemeldeten Kinder.

Im Bezirk macht man sich nun auf die Suche nach den Ursachen. Eine Mitarbeiterin des Stadtrats für Gesundheit, Falko Liecke (CDU), sichtet zurzeit die entsprechenden Leichenschauscheine noch mal manuell. Liecke erhofft sich daraus Erkenntnisse über die Todesursachen. „Vielleicht kommt dabei auch heraus, dass die Zahlen gar nicht stimmen und dass der Fehler in der Statistik liegt“, sagt er.

Auch die Bezirksverordnetenversammlung diskutiert seit Monaten über das Thema, das auch für die heutige Sitzung am Mittwoch wieder auf der Tagesordnung steht. Von Antworten sind alle aber noch weit entfernt. Denn dass Armut krank macht, ist zwar erwiesen. Aber allein die soziale Lage in Neukölln kann die hohen Fallzahlen nicht erklären. Denn sie unterscheiden sich nicht nur von den Zahlen in reicheren Bezirken, sondern auch vom Bezirk Mitte, der eine ähnliche Sozialstruktur wie Neukölln hat. Auch, dass es nur sehr wenige Frauen­ärzt*innen in Neukölln gibt, reicht als alleinige Erklärung nicht aus.

„Es gibt anscheinend eine Gruppe, die wir nicht erreichen, und das schon seit Jahren“, sagt Ursula Künning, die als Bezirksverordnete für die Grünen auch im Gesundheitsausschuss sitzt. Das Problem müsse unbedingt weiter erforscht werden, gleichzeitig müssten präventive Maßnahmen ausgebaut werden. „Wir müssen möglichst schnell herausfinden, ob es beispielsweise an mangelnder Gesundheitsaufklärung liegt, an Erkrankungen der Mütter, an der Lebensführung, wenn Mütter rauchen oder Alkohol trinken, oder ob es die mangelnde Gesundheitsversorgung im Bezirk ist“, sagt Künning.

Dass bisher niemand eine Erklärung für die hohe Säuglingssterblichkeit in Neukölln hat, bedeutet nicht, dass sich Verantwortliche mit Spekulationen zurückhalten. Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) äußerte im Sommer die Vermutung, die Säuglingssterblichkeit könnte an Verwandtenehen liegen. Der Unterton war deutlich: viele Migranten bedeute viele Ehen zwischen Cousins und Cousinen, und aus diesen Verbindungen gingen Kinder mit schweren Behinderungen hervor. Die Bezirksverordnete Ursula Künning hält diese These jedoch für schädlich. „Es muss gar nichts mit irgendeinem Migrationshintergrund zu tun haben. Wir wissen schlicht und einfach nicht, woran es liegt“, sagt sie, „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht Vorurteile befeuern, die sowieso schon bestehen.“

Inzwischen ist Liecke zurückgerudert, doch so ganz abrücken möchte er von dieser Theorie nicht. „Es eine mögliche Erklärung“, sagt er und beruft sich auf eine Studie, nach der das Risiko für genetische Defekte unter Verwandten achtmal höher sei. „In welcher Größenordnung das passiert und welche Auswirkungen das hat, kann ich nicht sagen.“

Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass sich das jemals herausfinden lässt. Denn weder ist ein Zusammenhang zwischen Verwandtenehen und Säuglingssterblichkeit wissenschaftlich erwiesen, noch der zwischen Migranten und Verwandtenehen. Es gibt auch überhaupt keine statistischen Zahlen darüber, wie viele Menschen in Neukölln mit einem näheren Verwandten verheiratet sind. Und die absoluten Fallzahlen der toten Säuglinge sind schließlich so gering, dass sich solch ein Zusammenhang statistisch auch nicht nachweisen ließe.

Liecke will dem trotzdem weiter nach­gehen – als einer möglichen Erklärung, warum die Zahlen in Neukölln anders sind. „Es kann ein statistischer Fehler sein, es kann an der ärztlichen Versorgung liegen, an Armut und Bildungsferne, an mangelnder Schwangeren-Beratung – oder eben an Verwandtenehen“, sagt er. Natürlich könne ein System immer verbessert werden, doch in Neukölln seien auch schon viele Angebote für junge Eltern umgesetzt. Vorsorgeangebote seien allerdings noch ausbaufähig. „Mein Eindruck ist, dass viele erst zum Frauenarzt gehen, wenn sie akute Beschwerden haben, anstatt regelmäßig zu Vorsorge-Untersuchungen zu gehen“ sagt er. Bis aus solchen Mutmaßungen und Eindrücken Gewissheit wird, wird es allerdings noch eine ganze Weile dauern.“

 

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Wenn rechtsextreme Parteien gewählt werden – Das Beispiel Riace.

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Das süditalienische Dorf Riace

Das süditalienische Dorf Riace war vom Aussterben bedroht, doch dann entwickelte es sich zum Vorzeigedorf. Zu verdanken war dies dem Bürgermeister Domenico Lucano. Dieser nahm Dutzende Geflüchtete aus aller Welt auf, verschaffte ihnen Unterkünfte in bereits verlassenen Häusern und unterstützte sie bei der Eröffnung von Geschäften und bei der Arbeitssuche. Sogar die Dorfschule konnte wieder eröffnet werden. Der Bürgermeister Lucano mit dem Dorf  Riace wurde international als Beispiel für gelungene Integration gelobt.

Die Festnahme des Bürgermeisters

Vor zwei Wochen wurde Domenico Lucano festgenommen. Jetzt kündigte der rechtspopulistische Innenminister Matteo Salvini an, dass alle 200 EinwanderInnen aus dem Dorf in Flüchtlingslager in Italien umgesiedelt werden. Begründet wird dieses Vorgehen unter anderem damit, dass Scheinehen zwischen BewohnerInnen und MigrantInnen geschlossen wurden seien.

Eine rechtsextreme Regierung

In Ialien regiert seit kurzem die populistischeFünf-Sterne-Bewegung gemeinsam mit der rechtextremen Lega. Nicht nur in Italien, auch in anderen Ländern Europas sind Rechtsextreme an der Macht oder gefährlich nah dran.  Am Beispiel des kleinen Dorfes Riace und seines Bürgermeisters wird deutlich was geschieht, wenn die Bevölkerung eines Landes populistischer Hetzerei glaubt. Mir macht das Angst.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/riace-in-italien-matteo-salvini-laesst-fluechtlinge-abtransportieren-a-1233165.html

Guter Lohn für schlechte Arbeit

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Da bleibt mir nur wieder die Wut. Herr Maaßen hat sich seines Amtes unwürdig erwiesen, wird deshalb befördert und kommt in eine höhere Gehaltsstufe. Es mag ja sein, dass eine Entlassung nicht möglich ist, aber wohl doch eine Versetzung in den Ruhestand. Dort würde er viel Geld für nichts bekommen, aber er wäre dann endlich nicht mehr in der Lage schlechte, schädliche Arbeit zu leisten.

Nun ist die GroKo bis zur nächsten Krise gerettet. Die AFD und diverse AnhängerInnen freuen sich über dieses trostlose Schauspiel und die SPD ist ein weiteres Stück in die Bedeutungslosigkeit gerutscht.

Die arbeitssuchende oder arbeitende Bevölkerung ist angewidert und sieht alle Vorbehalte gegen politisches Handeln bestätigt.

Ich selbst bleibe politisch aktiv, denn einfach aufgeben ist auch keine Lösung.

 

 

Über das Impfen

Eingeimpft

Vor kurzer Zeit erschien das Buch von David Sieveking mit dem Titel „Eingeimpft“. Zudem kommt im September der gleichnamige Film in die Kinos.

Der Filmregisseur David Sieveking und die Komponistin von Filmmusik Jessica de Rooij sind ein Paar und haben zwei Töchter. Bald nach der Geburt des ersten Kindes muss entschieden werden, ob die Tochter mit einer Sechsfachimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, HiB, Polio und Hepatitis B geimpft wird. (HiB ist eine bakterielle Infektion, die Hirnhaut- und Kehlkopfentzündungen sowie Gelenkschäden verursachen kann.)

David Sieveking hat nichts dagegen, die Tochter Zaria impfen zu lassen. Erstaunlicherweise wird erst zu diesem Zeitpunkt deutlich, dass die Kindesmutter den Impfungen skeptisch gegenüber steht. Jessica de Rooij reagiert generell empfindlich auf medizinische Eingriffe und möchte ihrem Kind eventuelle Nebenwirkungen ersparen. Der Dokumentarfilmer und Autor Sieveking beginnt daraufhin seine Recherchen zum Thema Impfungen. Die Historie der Impfungen findet in seinem Buch ebenso Platz wie Interviews mit VertreterInnen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Diese entwickelt Impfempfehlungen für Deutschland und berücksichtigt dabei nicht nur deren Nutzen für das geimpfte Individuum, sondern auch für die gesamte Bevölkerung. Die STIKO orientiert sich dabei an den Kriterien der evidenzbasierten Medizin.

Sieveking interviewt MedizinerInnen, ImpfgegnerInnen, ImpfskeptikerInnen, sowie die Familie eines jungen Mannes, der seine Behinderung auf einen Impfschaden zurückführt. Gleichzeitig dokumentiert er die Diskussionen mit seiner Lebensgefährtin und hält die Fortschritte der kleinen Tochter in Wort und Film fest. Währenddessen vergeht Zeit.

Wie die ImpfgegnerInnen hoffen die Eltern von Zaria im Schutz der geimpften Menschen mitzuschwimmen, ohne jedoch selbst Verantwortung zu übernehmen. Im Jahr 2015 erkranken in Berlin 1000 Menschen an Masern. Im Februar 2015 stirbt ein Kind im Alter von anderthalb Jahren in einer Berliner Klinik an Masern. Die kleine ungeimpfte Zaria ist im gleichen Alter. Ihre Eltern sind natürlich beunruhigt über diese Situation, sind aber weiterhin bereit, der Natur ihren Lauf zu lassen und auf eine Masernerkrankung ihres Kindes zu warten. Hier kommt eine ideologische abergläubische Haltung zum Tragen, die darauf vertraut, dass eine schwere Krankheit dem Kind einen Entwicklungsfortschritt bringt. Sieverking recherchiert derweil weiter über das Impfen, unter anderem in einem armen westafrikanischen Land. Er ist erstaunt über die Begeisterung, mit der die Eltern dort ihre Kinder impfen lassen. Er nimmt zur Kenntnis, dass die Sterblichkeit der Kinder seit Einführung der Impfungen rapide gesunken ist und bringt interessantes Filmmaterial für seine Dokumentation mit nachhause.

Zaria wird im Alter von zwei Jahren im Beisein des Filmteams gegen Masern geimpft. Kurz darauf wird die zweite Tochter geboren.

Dieses Buch ist zu lesen als eine Erzählung über die Befindlichkeiten der Familie Sieverking/ de Rooij in Bezug auf den Umgang mit dem Impfthema. Sieveking hat viel recherchiert, besonders in anthroposophischen Kreisen. Das macht ihn nicht zu einem Fachmenschen, sondern er bleibt ein Medienmensch, der versucht sein Thema auf eine Weise herauszuarbeiten, die ein breites Publikum findet. Dieses Publikum wird er finden: Gebildete, gut situierte Eltern, die sich nicht an dem spaßig unterhaltsamen Ton stören, mit dem das Thema Impfentscheidung hier diskutiert wird.

Genau das ist es, was mich am an gemeinsamen Werk von Sieverking und de Rooij (de Rooj schrieb die Filmmusik) entsetzt. Es fehlt die Ernsthaftigkeit.

Beim Impfen geht es nicht um eine Option, nicht um wohnen in Stadt oder Land, vegetarisch oder nicht, bio oder konventionell. Wer sich, wie Sieverking, mit der Geschichte der Impfungen befasst hat, muss auch sagen, worum es heute noch geht. Es geht darum, dass Kinder und Erwachsene keine schweren ansteckenden Krankheiten durchmachen und in die Gesellschaft bringen sollen, und im schlimmsten Fall geht es um Leben oder Sterben.

 

 

Die besondere Schwere der Schuld

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Der Prozess

Gestern endete nach fünfjährigem Verfahren der Prozeß gegen die Terrorbande  des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wurde wegen besonderer Schwere der Schuld zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. Andere Mitangeklagte bekamen erstaunlich milde Urteile.

Im Jahr 1999 begann eine Serie von Banküberfällen in ostdeutschen Bundesländern. Erst viele Jahre später wurde klar, dass diese Taten wahrscheinlich nicht die ersten Verbrechen  des rechtsextremen Trios Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe waren. Bis zum Jahre 2011 zogen Böhnhard und Mundlos mordend und raubend durch Deutschland. Möglich wurde das durch die MittäterInnenschaft und Unterstützung durch die jetzt verurteilte Beate Zschäpe, durch viele andere MittäterInnen aus der Neonaziszene und durch ein völliges Versagen der Behörden.

Die Verbrechen

Zehn Menschen wurden ermordet, andere durch Sprengstoff verletzt. Wieder andere durch das Erleben von Banküberfällen traumatisiert. Erst nachdem Mundlos und Böhnhardt sich auf der Flucht nach einem Banküberfall selbst das Leben nahmen und Beate Zschäpe die gemeinsame Wohnung in Brand setzte und per Post Bekennervideos an die Polizei schickte, wurde klar, dass die Behörden sämtliche Verbrechen falsch gedeutet, und der Verfassungsschutz nicht die Verfassung, sondern die Mörder geschützt hat.

Die Schuldzuweisungen an die Opfer

Neun der zehn Mordopfer waren türkischer oder griechischer Herkunft. Das war den zuständigen Ermittlungsstellen Grund genug, die Schuld bei den Opfern oder in deren Umfeld zu suchen. Mafiöse Hintergründe wurden vermutet und die rassistische Sammelbezeichnung „Dönermorde“ für die Verbrechen schloss ein Suchen anderer Motivlagen für die Morde aus. Diese Fehleinschätzungen fügten den Familien der Opfer zusätzlichen Schaden zu, und ermöglichten dem NSU weitere Verbrechen zu begehen.

Kein Schlussstrich

Die besondere Schwere der Schuld liegt bei den TäterInnen. Doch was ist mit all denen, die geschwiegen und vertuscht haben? Die staatlichen Stellen haben bis zum Schluss der Verbrechensserie nie in Richtung rechten Terrors ermittelt. Auch das ist Schuld und die Bringschuld, nämlich die vollkommene Aufklärung, ist längst nicht erbracht. Deshalb darf es keinen Schlussstrich zu den Ermittlungen geben.

#keinschlussstrich

 

 

 

 

 

 

 

 

Der bayrische Gockel

Die EU mit Angela Merkel hat einen Beschluss zur Asylpolitik gefasst, der für Geflüchtete mehr ein Schreckenszenario darstellt, denn eine Hilfe in der Not.

Horst Seehofer in seiner Maßlosigkeit aber benimmt sich wie ein trotziges Kleinkind. Wenn schon Abschottung beschlossen ist, dann auf eine Weise, die er und seine Testosteron gesteuerten bayrischen Kumpel bestimmen.

Irgendwie muss er Frau Merkel doch in die Knie zwingen. Dazu bedient er sich eines beispiellosen Medienspektakels. Tagesthemen extra, Anne Will kommt aus dem Urlaub, stundenlanges Ausharren der JournalistInnen ob aus dem bayrischen Hause eine Information kommt. Rücktritt ja, dann vielleicht, dann wieder ja. Wahrscheinlich eine seiner letzten Gelegenheiten sich im Glanz der Macht zu sonnen.

Herr Seehofer zelebriert sein „ich, ich, ich“.  Die SPD meldet sich hin und wieder schüchtern zu Wort  und in diesem Moment ist wahrscheinlich wieder alles ganz anders.

Die Stunde der Machos

Staats- und Regierungschefs

Heute am frühen Morgen wurde,  wie es in den meisten Medien heißt, durch die „Staats- und Regierungschefs“ der EU eine Einigung  in der Asylfrage erzielt. Es ist davon auszugehen, dass Frau Merkel, immerhin von Beruf Bundeskanzlerin,  bei den „Staats- und Regierungschefs“ mitgemeint ist.

Rechtspopulistischer Wahlkampf der CSU

Wie die CSU sich weiterhin der Bundeskanzlerin gegenüber verhält, ist abzuwarten. Die Herren Seehofer, Söder und Dobrindt werden sich von EU Beschlüssen und von Frau Merkel kaum ihren rechtspopulistischen Wahlkampf kaputt machen lassen. Diese Männer gehen soweit, dass der österreichische Bundeskanzler zum Wahlkampf nach Bayern eingeladen wird, nicht aber die Kanzlerin.

Ein Kampf von Männern gegen eine Frau

Wer hier noch müde abwinkt, wenn ich dieser Stelle darauf hinweise, dass hier ein Kampf von Männern gegen eine Frau stattfindet, hat nichts verstanden. Frau Merkel hat eine unglaubliche Widerstandskraft bewiesen gegen die Einschüchterungsversuche und Demütigungen seitens des Herrn Seehofer und der sogenannten Schwesterpartei CSU.  Die Verzweiflung darüber, dass eine Frau als Bundeskanzlerin sich nicht klein kriegen lässt, ist nicht nur bei der CSU deutlich sichtbar. Auch viele männliche Journalisten schreiben hoffnungsfroh den Untergang Angela Merkels herbei.

Eine Frau wie diese Bundeskanzlerin, die keine großen emotionalen Reden hält, sachlich bleibt und Anfeindungen an sich abprallen lässt, scheint in manchem männlichen Denken noch immer unheimlich zu sein. Große, starke Männer mit markigen Sprüchen, die scheinbar genau wissen wo es lang geht, sind für etliche Politiker und viele Männer aus der Medienbranche noch immer Sehnsuchts- und Identifikationsfiguren.

Nichts gegen Sehnsüchte, doch die Stunden der Machos sollten gezählt sein. Wenn nicht, dann Gnade uns Gott, das Grundgesetz oder der Glaube an eine bessere Welt.

Wir wollen eine Queer-Beauftragte für Neukölln!

Wir wollen eine Queer-Beauftragte für Neukölln!

Die Gewalttaten gegen Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle Menschen haben in Neukölln ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Dieser Tatsache ist auch von Seiten des Bezirksamtes Rechnung zu tragen. Die bisherige Strategie einer Anbindung der Belange von LSBTI an die Stelle der bezirklichen Gleichstellungsbeauftragten ist nicht ausreichend, aktiv für den Schutz einer so gefährdeten Gruppe zu sorgen.

Ursula Künning Anja Kofbinger

http://www.gruene-neukoelln.de/aktuellemeldungen/einzelansicht/news/eine-queer-beauftragte-fuer-neukoelln/

Wie ist das möglich?

Zu wenig Solidarität

Nur einige hundert Menschen demonstrierten gegen den furchtbaren jährlichen Aufmarsch der Judenfeinde. Ich selbst war bei der Auftakt Kundgebung am Nollendorfplatz dabei und konnte wegen Kreislaufproblemen aufgrund der großen Hitze nicht an der Demo teilnehmen. Um so höher ist das Engagement derjenigen zu würdigen, die sich den bösartigen Unterstellungen der Al- Quds TeilnehmerInnen ausgesetzt sahen und friedlich ihren Protest zeigten.

Wie ist das möglich?

Vor wenigen Wochen formierte sich erfreulicherweise ein Riesenprotest gegen einen Marsch der AFD in Berlin.  25 000 GegendemonstantInnen zeigten 5000 AFDlerInnen, dass deren Hassbotschaften auf entschiedenen Widerstand stoßen.

Umso unbegreiflicher finde ich es, dass Judenfeindlichkeit in Berlin so wenig Menschen bewegt. Schnell wird hier zur Rechtfertigung herangezogen, dass die Politik in Israel gerade schwierig ist usw. Ich halte das für blabla . Es geht darum, dass ein kleines Land von der Weltkarte gelöscht werden soll, und zur Rechtfertigung dessen werden Lügen über Juden verbreitet. Und das mitten in Deutschland.

Al-Quds Marsch verbieten!

Jedem Menschen und jeder Organisation soll in Deutschland die Möglichkeit gegeben werden, auf der Straße Demonstrationen zur Bekanntmachung und Bekräftigung seines politischen Anliegens durchzuführen. Offene Judenfeindlichkeit ist allerdings Hass und kein politisches Anliegen. Daher sollte der Al-Quds Marsch verboten werden.